Männer, die Vater werden wollen, sollten möglicherweise genau wie Frauen ein Auge auf ihre Versorgung mit Folsäure haben. Dies legen zumindest Versuche mit Mäusen nahe.
An dieser Stelle wird sich der Leser vielleicht fragen, was Folsäure eigentlich ist. Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und damit zu den wasserlöslichen Vitaminen. Weitere Namen des Vitamins sind B9, B11 oder Vitamin M. Da der Körper nicht in der Lage ist, Folsäure selber herzustellen, dient die Nahrung als Lieferant. Folsäure befindet sich beispielsweise in grünem Gemüse, wie Bohnen und Grünkohl, Fleisch, Fisch oder Hefe. Auch gibt es im Handel Salz mit zugesetzter Folsäure zu kaufen. Die Aufgaben der Folsäure sind vielfältig. So spielt sie eine wichtige Rolle bei Wachstumsvorgängen, der Zellteilung und der Blutbildung.

Tierversuch: Folsäure scheint möglicherweise gut zu sein für Väter mit Kinderwunsch

Zurück zur Wissenschaft: Kanadische Forscher um Romain Lambrot (Nature Communications 2013; online 10. Dezember 2013) fütterten unter anderem schwangere Mäuse mit Nahrung, die besonders wenig Folsäure enthielt. Nach der Geburt erhielt der männliche Nachwuchs ebenfalls folsäurearmes Futter. Eine Vergleichsgruppe an Mäusen bekam Futter mit ausreichend Folsäure. Die Untersuchung der Spermien der Tiere mit dem Folsäuremangelfutter ergab eine veränderte epigenetische Markierung des Erbgutes – das heißt, das Erbgut bekommt eine Art Stempel aufgesetzt. Allgemein gesprochen werden epigenetische Markierungen durch Umweltfaktoren, wie beispielsweise Rauchen oder auch die Ernährung beeinflusst. Außerdem können Eltern über epigenetische Markierungen sogar Erfahrungen an ihre Kinder weitergeben.
Bei den Mäusen mit Folsäure entdeckten die Wissenschaftler epigenetische Änderungen an Genen, die unter anderem bei der Entwicklung von Krebs oder Diabetes beteiligt sind. Zwei der Gene waren sowohl in der Plazenta der Mäusemütter als auch in den Spermien männlicher Jungtiere verändert – ein Punkt, der für die Weitergabe dieser Gene spricht. Im Vergleich zu den Kontrolltieren mit ausreichend Folsäure hatten die Mäuse mit Folsäuremangel auch deutlich mehr Missbildungen am Skelett, dem Schädel und der Wirbelsäule.

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