Sie essen gerne Lebensmittel mit hohem Lycopingehalt? Sie lieben also Ketchup und Tomaten oder verfeinern Ihre Speisen mit Chilli- oder Barbecue-Soßen – dann könnte sich dies positiv auf Ihr Prostatakrebsrisiko auswirken. Zumindest weist darauf eine aktuelle Langzeitstudie aus den USA hin.
Die Forscher begannen 1986 mit der Studie und befragten ab diesem Zeitraum 50.000 Männer, wie sie sich ernähren. Dabei stand insbesondere der Lycopingehalt der Nahrung im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Zu Nahrungsmitteln mit hohem Lycopingehalt gehören unter anderem Tomaten, rosa Grapefruits, Papaya und natürlich auch Ketchup und Barbecue- sowie Chilli-Soßen. Den höchsten Gehalt an Lycopin haben reife Tomaten und konzentriertes Tomatenmark. In der Wissenschaft werden verschiedene positive Wirkungen von Lycopin diskutiert – unter anderem auch auf das Prosatakarzinom (PCa). Lycopin gehört zu den Carotiniden. Dies sind natürliche Farbstoffe, die für die gelbe bis rötliche Färbung von Gemüsen und Früchten verantwortlich sind.

Hohe Lycopinaufnahme – weniger Prostatakrebs

Bis zum Ende des Jahres 2010 wurde bei über 5.700 von den 50.000 in die Studie aufgenommenen Männern Prostatakrebs diagnostiziert. Um die Daten auszuwerten, unterteilten die Wissenschaftler die Teilnehmer der Studie in Abhängigkeit von der Lycopinaufnahme in fünf Gruppen. Die Ergebnisse: Die Männer mit der höchsten Lycopinaufnahme hatten zu 9 Prozent weniger häufig ein Prostatakarzinom als diejenigen im untersten Fünftel. Bei dem tödlich verlaufenden Prostatakarzinom betrug der Unterschied sogar 28 Prozent.
Besonders interessierten sich die Forscher um Edward Giovannucci für diejenigen Männer, die im Laufe der Studie einen PSA-Test machen ließen, der negativ ausfiel. Denn so konnte ein Prostatakrebs praktisch ausgeschlossen werden und man konnte auch davon ausgehen, dass die Männer mit negativem PCA-Test zu Beginn der Studie kein noch nicht entdecktes Prostatakarzinom hatten. Es zeigte sich nun, dass die Ketchup-Fans Männer zu 12 Prozent weniger oft an einem Prostatakrebs und zu 50 Prozent seltener an einem tödlich verlaufenden Prostatakrebs erkrankten – verglichen mit den Männern, die eher selten lycopinhaltige Lebensmittel auf ihrem Speiseplan hatten. Besonders aufschlussreich für die Forscher war, dass in der Gruppe der Tomaten- und Ketchup-Liebhaber bestimmte Biomarker seltener auftraten, die für die Bildung von Tumorangiogenese zuständig sind. Unter Tumorangiogense versteht man, dass der Tumor Blutgefäße bildet, damit er sich mit Nährstoffen versorgen und auf diese Weise wachsen kann. Dass die Forscher bei den Lycopin-Freunden seltener Biomarker für Tumorangiogenese entdeckten, könnte darauf hindeuten, dass Lycopin das Fortschreiten der Krankheit verhindert. Auch könnte durch die geringere Anzahl an Biomarkern erklärt werden, warum die Rate der tödlich verlaufenden Prostatakarzinome deutlich verringert war, aber nicht die der Tumoren insgesamt.

Lycopin plus Obst und Sport?

Neben der lycopinhaltigen Ernährung schauten sich die Forscher auch an, ob die Männer Sport trieben und was sie sonst noch aßen. Und sie stellten fest: Die Teilnehmer im der Gruppe mit dem höchsten Lycopingehalt waren sportlicher, ernährten sich gesünder und nahmen weniger Kalorien zu sich. Das heißt, sie lebten insgesamt gesünder als die Teilnehmer in den anderen Gruppen. Möglicherweise trugen auch diese Faktoren mit zu dem Ergebnis der Studie bei und der Lycopingehalt der Nahrung ist nur ein Indikator für ein gesundes Leben. Auch ist zu bedenken, dass die Gruppe der Männer mit einem tödlich verlaufenden Prostatakrebs relativ klein war und aus diesem Grund das Ergebnis auch von anderen Faktoren beeinflusst sein könnte.

Weiterführende Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Prostatakrebs

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