Sie galt bereits als ausgerottet – und kehrt nun zurück. Was sich fast wie der Plot eines Medizin-Dramas anhört, ist Realität. Das zeigen die neuen Zahlen: Tausende Fälle wurden von Ärzten gemeldet. Die ‚Lustseuche‘ scheint sich in den Städten des 21. Jahrhunderts auszubreiten. 2012 gab es laut Robert-Koch-Institut (Berlin) 4.410 Fälle. 2010 zählte das Institut 3.027 an Syphilis erkrankte Personen. Die meisten Betroffenen sind Männer, die Sex mit Männern haben. Doch auch bei heterosexuellen Männern und Frauen häufen sich die Erkrankungsfälle. Während von HIV eher Jüngere betroffen sind, beobachten Mediziner, dass der Großteil der Syphilis-Patienten zwischen 30 und 39 Jahren ist. Nicht wenige Männer erkranken mehrmals hintereinander. Einige Patienten mit HIV gehen auch das Risiko ein, sich zusätzlich mit Syphilis zu infizieren.
Der Hintergrund für die allgemeine Zunahme von Syphilis: Es macht sich bei Männern eine gewisse Kondomunlust breit – insbesondere bei Oralsex, einen der Übertragungswege der Erkrankung. Die Folgen sind schwerwiegend: Syphilis-Bakterien dienen als Türöffner für andere Erreger, indem sie Schäden an den vaginalen, oralen und analen Schleimhäuten verursachen. So können beispielsweise HI-Viren diese Barriere leichter durchdringen. Syphilis führt zu Geschwüren und Hautläsionen – und die hieraus austretende Flüssigkeit ist bei direktem Hautkontakt im höchsten Maße ansteckend. Viele Menschen wissen nichts von ihrer Erkrankung – dabei kann Syphilis über einen unkomplizierten und meistens kostenfreien Bluttest entdeckt werden. Behandelt wird die Erkrankung relativ einfach mit Antibiotika.

Die einzige Möglichkeit, einer möglichen Ansteckung auszukommen, ist die Benutzung eines Kondoms. Auch wenn es schwerfällt, es ist der einzige Schutz – nicht nur vor Syphilis.

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