Wer mit seiner kleinen Körpergröße hadert, könnte sich nun vielleicht damit aussöhnen: Einer Studie zufolge scheint es eine direkte Beziehung zwischen Körpergröße und Lebensdauer zu geben. Kleine Männer haben also gute Aussichten auf ein langes Leben. Dies zeigten Forscherdaten, die auf dem Kuakini Honolulu Heart Programm (HHP) und der Kuakini Honolulu-Asia Aging Study (HAAS) basieren.
Ein Forscherteam hatte japanisch-stämmige Männer in Abhängigkeit zur Körpergröße in zwei Gruppen unterteilt. In der einen Gruppe befanden sich Personen, die kleiner als 1,58 m waren; in der anderen Gruppe diejenigen, die eine Körpergröße von mehr als 1,65 m aufwiesen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Personen unter 1,58 m am längsten lebten. Es zeigte sich auch, dass im Körpergrößen-Bereich von 1,52 bis 1,82 m Menschen umso länger lebten, je kleiner sie waren.

Bessere Insulin-Werte und weniger Krebsfälle mit dem Methusalem-Gen    

Die Wissenschaftler entdeckten, dass die kleineren Männer über das sogenannte Langlebigkeitsgen verfügen. Sein Name: FOXO3 (Forkhead-Box-Protein O3). FOXO3 führt zu einer geringeren Körpergröße und einer Verlängerung der Lebensspanne. Und nicht nur das – die kleineren Männer haben auch geringere Insulin-Werte und erkranken seltener an Krebs.
Das Studienergebnis ist bahnbrechend. Denn es zeigte zum ersten Mal, dass die Körpergröße mit dem Gen FOXO3 verlinkt zu sein scheint. Bisher hatte man den Zusammenhang in Tiermodellen gefunden, aber nicht beim Menschen. Wir entdeckten eine leicht veränderte Form des Gens in Mäusen, Spulwürmern und Fliegen, erläutert Dr. Bradley Willcox, einer der Forscher des Teams. Sogar Hefe verfügt über eine Version des Methusalem-Gens. Und dieses Gen scheint Arten übergreifend für ein langes Leben verantwortlich zu sein, führt er weiter aus.
Willcox merkt an, dass es keine bestimmte Größe oder einen bestimmten Größenbereich gäbe, den man als Cut-Off-Wert angeben könne, denn egal wie groß man sei, man könne immer noch ein gesundes Leben führen und auf diese Weise ein fehlendes Methusalem-Gen kompensieren.

Bahnbrechende Forschung durch einzigartige Langzeitstudie  

Die Untersuchung des Kuakini HHP begann im Jahr 1965 mit 8.006 amerikanischen Männern japanischer Abstammung, die zwischen 1900 und 1919 geboren wurden. Die Wissenschaftler erfassten über Jahre hinweg Lebensstil und Gesundheitszustand der Probanden. Das Kuakini HHP ist die einzige Langzeitstudie, welche über einen Zeitraum von fast 50 Jahren hinweg sowohl epidemiologische als auch klinische Daten von amerikanisch-japanischen Männern einer Kohorte erfasste. Weltweit betrachtet handelt es sich dabei um das einzige Forschungsprogramm, das so eine ausführliche Langzeitdatenbasis einer alternden Männerkohorte über demographische, medizinische und Lebensstil bezogene Informationen erstellte. Neben diesen Hinweisen nahmen die Forscher auch biologische Proben in ihren Datenpool auf. Einer der Gründe, warum sich Honolulu perfekt für diese Art von Studien eignet, ist, dass Hawaii zu den Bundesstaaten gehört, in denen die Menschen am längsten leben. Außerdem hat Hawaii eine eher immobile Bevölkerung, da die Menschen die meiste Zeit ihres Lebens in diesem Bundesstaat verbringen. Und genau diese Aspekte waren es auch, die den Forschern dabei halfen, eine der größten Langzeitstudien der Welt mit alternden Männern durchzuführen.

Die Forscher gehen davon aus, dass 1.200 Männer aus der ‚Honolulu-Studie‘ ihre 90er und 100er Jahre erlebten. 250 dieser Männer leben vermutlich noch heute.

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