Klassische Szene aus dem Leben fast jedes Mannes: Wieder einmal hat er nicht bemerkt, dass seine Liebste beim Friseur war, ihre umfangreiche Garderobe um ein neues Teil erweitert wurde oder sich die Farbe der Tischdecke veränderte. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Nun endlich gibt es wissenschaftlichen Beistand für die (Nicht-)Wahrnehmung des Mannes. Die Verkabelung des männlichen Gehirns ist verantwortlich dafür, dass er manche Dinge einfach nicht (sofort) merkt, das zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie aus Amerika.

Ein Team um Ragnini Verma der University of Pennsylvania untersuchte die Verbindung zwischen den Nervenzellen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Insgesamt nahmen die Wissenschaftler 949 Versuchspersonen beiderlei Geschlechts in ihre Studie auf. Bei Männern und Frauen sind die Gehirne unterschiedlich verkabelt, so lautet das Ergebnis. Die Unterschiede waren umso deutlicher, je älter die Personen waren. Die Unterschiede scheinen nicht angeboren, sondern das Werk von Sexualhormonen zu sein. Um die Reichweite der Nervenfasern zu messen, unterteilten die Wissenschaftler das Gehirn in 95 Areale. Es zeigte sich: Männer haben zwar mehr Nervenfasern, diese verbinden allerdings nur zwei benachbarte Areale. Anders die Frauen: Sie besitzen längere Nervenfasern, die sich außerdem öfter als bei den Männern über beide Gehirnhälften ausdehnen. Im Klartext heißt das: Frauen können die Aufgaben beider Gehirnhälften besser verbinden als Männer. Sie vernetzten also das logische und analytische Denken der linken besser mit dem ganzheitlichen und intuitiven Danken der rechten Hälfte. Die längeren Nervenfasern machen Frauen einfühlsamer und geben ihnen ein besseres Gedächtnis – insbesondere für soziale Situationen. Da beim Mann benachbarte Hirnreale besser miteinander vernetzt sind, kann er auf Wahrnehmungen schneller reagieren und seine Bewegungen besser steuern.

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